Herkunft und Klassifikation
- Alpakas und Lamas gehören zu den Neuweltkameliden.
- Zu den Altweltkameliden zählen Dromedare und Trampeltiere.
- Wild lebende nahe Verwandte sind Guanako und Vikunja.
Verdauungssystem und Futteraufnahme
- Alpakas und Lamas besitzen ein dreiteiliges Vormagensystem (mehrhöhliger Magen), das funktionell den Wiederkäuern ähnelt.
- Sie verdauen ihr Futter durch mikrobiologische Fermentation, bei der Fettsäuren und wasserlösliche Vitamine entstehen.
- Abrupte Futterwechsel können die Mikroben schädigen und zu lebensbedrohlichen Verdauungsstörungen führen. Futterumstellungen sollten deshalb langsam erfolgen.
- Größere Futterpartikel werden durch Regurgitation erneut gekaut.
- Entstehende Gase werden durch Rülpsen (Ruktus) freigesetzt.
Futterempfehlungen
- Das Hauptfutter sollte aus strukturreichem Raufutter bestehen, z. B. AGROBS AlpenHeu oder Heuersatzprodukte von AGROBS.
- Strukturanteil im Futter fördert die Speichelbildung, die als Puffer im Vormagensystem dient.
- Zu wenig Rohfaser oder ein hoher Getreideanteil können das Vormagensystem übersäuern und Verdauungsprobleme verursachen.
- Ergänzend zum Heu kann Futterstroh wie Agrobs Stroh angeboten werden.
- Als Zusatzfutter eignet sich rohfaserreiches, zucker- und stärkearmes Futter wie AGROBS ProKamelid Basis.
- Dieses Ergänzungsfutter enthält ausgewählte Zutaten wie Blüten, Blätter, Wurzelgemüse, Lein- und Schwarzkümmel sowie Lapacho-Rinde, die vitalstoffreich und gesund sind.
Körperzustand und Futteranpassung
- Die regelmäßige Überprüfung des Körperzustandes ist wichtig zur Anpassung der Futterration.
- Neben dem Wiegen bietet sich ein Body-Condition-Scoring an, vor allem bei stark bewollten Tieren.
- Dabei werden die Rückenmuskulatur und Fettschicht um die Rückenwirbel abgetastet und beurteilt.
Beschäftigung und Zusatzversorgung
- Als Beschäftigungsmaterial können Zweige von ungiftigen Bäumen gegeben werden.
- Zur Deckung des Mineralstoff- und Spurenelementbedarfs sollte ein speziell abgestimmtes Mineralfutter ergänzt werden.
- Ein Salzleckstein sollte stets verfügbar sein, um Elektrolytverluste auszugleichen.