Harnsteine beim Kaninchen

Harnsteine ist ein häufig vorkommendes Problem bei Kaninchen. Sie werden je nach Lokalisation Nieren-, Harnleiter-, Harnblasen- oder Harnröhrensteine genannt. Bei Harngries handelt es sich um eine sandartige Ablagerung von Harnkristallen in der Harnblase.
Ursächlich für die Bildung von Harnsteinen sind neben chronischen Harnwegsinfektionen vor allem Fütterungsfehler wie beispielsweise eine Überversorgung mit Kalzium und Vitamin D. Aber auch das Alter und Geschlecht scheint eine Rolle zu spielen. So sind häufiger ältere männliche Kaninchen von Harnsteinen betroffen. Zudem scheint auch ein mangelndes Angebot an Wasser die Entstehung von Harnsteinen zu begünstigen.
 
Die Symptome sind sehr unterschiedlich und leider oft auch unspezifisch.
Häufig ist festzustellen, dass die Tiere nicht mehr gut fressen und ein gestörtes Allgemeinbefinden aufweisen. Spezifischere Symptome sind verstärkter Harndrang, schmerzhafter Harnabsatz, trüber oder blutiger Harn. Bei Verlegung der ableitenden Harnwege durch Harnsteine kann das Kaninchen den Harn nicht mehr absetzen. Daher kann auch fehlender Harnabsatz ein typisches Symptom für Harnsteine darstellen.
Wenn ein Harnstein die Harnwege verlegt, ist dies ein lebensbedrohlicher Notfall, da der Harn nicht abfließen kann und sich deshalb aufstaut. Daher solltest Du schon bei Verdacht auf Harnsteinen schnellst möglichst Deinen Tierarzt aufsuchen, damit der Stein bei einer Verlegung unverzüglich entfernt werden kann.

Der Kalziumstoffwechsel ist bei Kaninchen im Gegensatz zu vielen anderen Säugetieren äußerst fütterungsabhängig. Je mehr Kalzium in der Nahrung enthalten ist, umso mehr wird davon im Darm resorbiert. Überschüssiges Kalzium wird vor allem über die Niere ausgeschieden, so dass bei hohem Kalziumgehalt im Futter die Kalziumkonzentration im Harn stark ansteigt. Harnsteine bestehen bei Kaninchen daher auch überwiegend aus Kalziumverbindungen.
 
Durch eine artgerechte Fütterung kann man die Entstehung von Harnsteinen verhindern.
Um die Entstehung von Harnsteinen zu vermeiden, sollte man die Fütterung von stark kalziumhaltigen Futtermitteln vermeiden. Sehr kalziumreich sind insbesondere Luzerne, Petersilie, Löwenzahn, Kohlrabiblätter und Brokkoli. Gerade in kommerziellen Futtermitteln für Kaninchen ist häufig Luzerne verarbeitet. Solche Produkte solltest Du Deinem Liebling nicht füttern.

Als artgerechtes, kalziumarmes Grundfutter eignet sich besonders Agrobs Wiesenheu aus sonnen- und warmluftgetrockneten Wiesengräsern und -kräutern. Ein sehr schonendes, kalzium- und auch eiweißarmes Futter ist Agrobs Sensitiv, welches Du zur freien Aufnahmen anbieten kannst. Durch die Mischung aus Blüten, Gräsern und Kräutern bringt Agrobs Blütenmix Abwechslung in den Speiseplan. Agrobs Blütenmix kann als Alleinfutter oder als Ergänzung zu Heu angeboten worden.

Als rohfaserreiche Zusatzkost mit einem äußerst geringen Kalziumgehalt eignet sich Agrobs Grüner Hafer sehr gut. Zusätzlich kannst Du das Futter Deines Kaninchens mit Agrobs Gartenschmaus aufwerten. Agrobs Gartenschmaus besteht aus leckeren und gesunden Bestandteilen wie Wurzelgemüse, Blättern von Himbeer- und Brombeersträuchern und Blumen.

Kaninchen mit Harnsteinen kann man zur Unterstützung auch Bergsiegel Brennnesselblätter füttern. Brennnesselblättern wird eine wassertreibende und harnansäuernde Wirkung zugesprochen.
Besonders wichtig ist die ausreichende Versorgung mit frischem Trinkwasser.

Der tägliche Wasserbedarf beim Kaninchen beträgt je nach Größe ca. 50 – 150 ml/kg Körpergewicht.

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